In der einschränkenden Covid19-Zeit empfange ich keine Besucher im Malort. Üblicherweise geschieht es eigentlich allwöchentlich; und ich beantworte viele Fragen, die dem anfänglichen Beeindrucktsein folgen.

Es ist staunenerzeugend, zwischen diesen umhüllenden Wänden zu stehen; und die Besucher schweigen – bis jemand die Frage äußert:

„Waren mehrere Malende am Verzieren der Wände beteiligt?“

Ich lächle und erkläre, dass es keine Bemalung ist, sondern dass es Spuren sind von den über den Rand getriebenen Pinselstrichen, und dass sie im Laufe der Monate aneinander und übereinander entstanden sind. Anfangs waren es glatte Packpapier-Streifen. Ihre Wirkung auf den im Inneren des Raumes Stehenden ist unausbleiblich und trägt zu der Eigenart des Malortes bei. Da ist es verständlich, dass diese unerprobte Stimmung zu einem unerprobten Erleben anregt „Wie viele Beteiligte spielen hier?“ fragt jemand und ist erstaunt, dass sie so zahlreich in diesem Raum sind. Dass er sich gewissermaßen ausdehnt ist nicht erstaunlich, denn seine Grenzen sind von einander entfernter als es in dem farbigen Wimmeln scheint; und jedes aufgehängte weiße Blatt ist wie ein Fenster, das sich mit dem aus der Person Ausdringenden anfüllt. Alles dem Malort Angehörende ist erstaunlich, unerprobt, unvermutet. Hier kommt etwas vor, das die malende Person nirgendwo erprobt hat. Und doch ist es nichts Fremdes, nichts Überraschendes. Um auf den Grund der Begebenheit zu kommen muss ich manch Unerwartetes erläutern.

weiter lessen auf a‘s Blog https://arnostern.wordpress.com/2020/09/30/eigenart-und-eigenschaft-der-formulation/

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